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Webseiten müssen von allen Nutzern, unabhängig von ihren Einschränkungen oder technischen Möglichkeiten uneingeschränkt (barrierefrei) genutzt werden können. Wahrnehmen, verstehen, navigieren und interagieren muss im World Wide Web für alle Menschen gleich möglich sein. Auch hier gilt, die Vorteile bringen nicht nur Menschen mit Einschränkungen etwas, vielmehr profitiert der Betreiber der Webseiten durch mehr Kundenfreundlichkeit, bessere Strukturen und so auch einer leichteren Auffindbarkeit der Webseite im www.

Die gesetzliche Voraussetzung zur Barrierefreieheit von Webseiten gibt es nicht erste seit dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz. Schon im E- Government-Gesetz ist geregelt, dass ab 1.1.2008 alle behördlichen Internet-Seiten in Österreich für behinderte Menschen ohne Einschränkungen zugänglich sein müssen. Mit dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz kam diese Regelung auch für Unternehmen und Organisationen, so müssen „Systeme der Informationsverarbeitung“ für alle Menschen ohne fremde Hilfe uneingeschränkt nutzbar sein.

Nach einer Online-Umfrage in Deutschland sind Menschen mit Behinderung überdurchschnittlich stark im Web aktiv. So sind Menschen ohne Behinderung rund 5,1 Tage pro Woche im Internet, Menschen mit Behinderung allerdings rund 6,5 Tage pro Woche. Darüber hinaus gilt auch hier, von eine barrierefreie Gestaltung profitieren alle Menschen. Und, eine barrierefreie Ausführung ist die „beste Suchmaschinenoptimierung“ die man machen kann!

 

Machen wir unseren Web-Auftritt barrierefrei!

Um Barrierefreiheit auf Webseiten zu schaffen müssen zwei Aspekte beleuchtet werden, die technischen Kriterien und die inhaltliche Ebene.

Im Bereich der Technik geht es darum, einerseits Menschen mit Sehbehinderungen, farbenblinden Menschen sowie der großen Gruppe der „älteren“ User Webseiten zu bieten mit ausreichend großer Schrift, guten Kontrasten und dem richtigen Farbenmix. Für Menschen mit Hörbehinderungen ist es wichtig für die Steuerung nicht nur alleine auf akustische Signale zu setzen. Zu diese technischen Komponenten können der Webdesigner und der Webprogrammierer weiter helfen.

Die inhaltliche Ebene umfasst die Punkte, die bereits im Artikel „barrierefreie Kommunikation“ beschrieben wurden. Wichtig ist, alle Texte der Webseite auf die Anforderung der eigenen Zielgruppe abzustimmen und möglichst eine leichte Sprache zu verwenden.

 

Anforderungen

Das Schlagwort zu barrierefreien Webseite ist WCAG 2.0 (Web Content Accessibility Guidelines 2.0). Diese Richtlinien geben Empfehlungen vor wie Webinhalte für alle Nutzergruppen, auch für Menschen mit Behinderungen, zugänglich gemacht werden können.

 

Tipps zum Check der eigenen Webseite

  • Logische Strukturen innerhalb der Webseite verwenden. So wird die Navigation vor allem für die Nutzer von adaptiver Technologien (z. B. Bildschirmlesern, Brailleausgabe, Bildschirmvergrößerung) erleichtert.
  • Auf die Lesbarkeit achten. Für Menschen mit geringem Sehvermögen ist die Wahrnehmbarkeit einzelner Buchstaben als auch die Lesbarkeit von Textblöcken wichtig (z.B. ausreichende Schriftgröße und Farbkontrast).
  • Schreibstil an das größtmögliche Publikum anpassen. Nur so können möglichst alle Nutzer die Inhalte sinnerfassend wahrnehmen.
  • Keyboard-Navigation aktivieren. Sie ist für Nutzer mit Sehschwäche eine zwingende Voraussetzung.
  • Aussagekräftige Alternativ-Texte bei Bildern verwenden. Soll ein Bild eine Botschaft vermitteln ist es wichtig diese im Alternativtext auch anzugeben für blinde Menschen.
  • Videos mit Ton transkribieren. Auch in Videos ist die Vermittlung von bildlich dargestelltem essentiell für sehbeeinträchtigte Menschen.
  • Nicht allein auf Farben vertrauen.
  • Links richtig benennen. Blinde Menschen orientieren sich auf Webseite über Verlinkungen, daher ist es ausschlaggebend wie diese bezeichnet werden.
  • Videos in Gebärdensprache. Für gehörlose Menschen ist die Gebärdensprache ihre Muttersprache, dementsprechend tun sich manche schwer mit der Schriftsprache. Um auch diesen Menschen die Inhalte zu vermitteln kann es hilfreich sein wesentliche Botschaften in Gebärdensprache wiederzugeben.

 

Wir danken DI Gerhard Nussbaum (Kompetenznetzwerk Informationstechnologie zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen) für seinen Beitrag zu Barrierefreien Webseiten im Rahmen der Fachtagung „Abbau von Barrieren“ am 14. Juni 2016 im MAMUZ Mistelbach.

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